Jan Gehls Stadtplanungsklassiker samt Werkzeugbox gibt es jetzt auch auf Deutsch
Im Frühjahr ist die “Bibel” des Kopenhagener Architekten und Stadtplaners Jan Gehl, der maßgeblich für die paradiesischen Zustände für Radfahrer in Kopenhagen gesorgt hat, endlich auch auf Deutsch erschienen: “Städte für Menschen”.
Es ist wichtig, dass Radfahrer genug Platz haben, damit sie nicht bedrängt werden oder selbst andere bedrängen. In Kopenhagen variieren die Radwege in der Breite zwischen 1,7 und vier Metern, wobei die empfohlene Mindestbreite 2,5 Meter beträgt.
Bei solchen Angeboten, zu denen noch grüne Wellen an Kreuzungen und eine Wegführung ohne Bordsteinkanten, natürlich eine gute Beleuchtung und das unverzügliche Schneeräumen im Winter gehören, ist es nicht erstaunlich, dass in Kopenhagen die “kritische Masse” im Alltag lange erreicht ist - die Zahl der Radfahrer aber ist einer der wichtigsten Faktoren für objektiv gegebene wie subjektiv empfundene Sicherheit. Und damit noch mehr Radverkehr. Denn nur wenn der Verkehr nicht nach dem Prinzip der Verdrängung des Schwächeren durch den Stärkeren organisiert ist, sitzen auch Kinder, Senioren, Schwangere und Ungeübte auf dem Sattel.
Der Umfang des Fahrradverkehrs gehört zu den entscheidenden Sicherheitsfaktoren für Radwegenetze. Je mehr Radfahrer unterwegs sind, desto stärker müssen Autofahrer auf die Radfahrer achten und sie als Teilnehmer im Straßenverkehr akzeptieren. Wenn das Fahrradverkehrsaufkommen eine “kritische Masse” erreicht, wirkt sich das positiv auf die Sicherheit jedes einzelnen Radfahrers aus.
Jan Gehl: “Städte für Menschen”, Jovis-Verlag, 303 Seiten, 32 Euro